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Das erste Barcamp zum IT Service Management

... ist vorbei.

2 anstrengende und äußerst informative Tage im Abacus Tierpark Hotel in Berlin gehören der Vergangenheit an. Wobei das eigentlich nicht stimmt: Die Eindrücke und Erlebnisse, der Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer sowie der Kontakt zu so vielen unterschiedlichen "Spinnern" (warum das Spinner sind erkläre ich später) wirken noch nach und werden das auch noch einige Zeit tun.
Mittlerweile ist auch das zweite Barcamp vorbei (Ort: NORDAKADEMIE Hamburg, Dockland) und das dritte steht vor der Tür. Dieses wird in München stattfinden. Mehr dazu am Ende des Beitrages...

Warum waren die beiden Tage anstrengend?

Kongresse und andere "klassische" Veranstaltungen bestehen aus den Vorträgen, die oftmals gut sind aber immer zu einer passiven Haltung der Teilnehmer führen. Ich sitze dann in den Vorträgen, höre zu, schreibe Aussagen mit, notiere mir schnell ein paar Gedanken und das führt zur Müdigkeit. Im Barcamp habe ich alle Themen aktiv begleitet und musste (wollte) aufmerksam sein. Die Diskussionen waren so interessant, dass jeder neue Wortbeitrag schnell die Richtung drehen und wertvolle Informationen beinhalten konnte. Ich war immer geneigt mal abzuschalten und konnte das nicht da die Diskussionen immer packend waren.

itsm barcamp 2015 - themenUnd dann hatte Robert Sieber (auch an dieser Stelle nochmals ein Riesenlob und einen noch größeren Dank für diese tolle Veranstaltung!) noch einen tollen Einfall für den Abend. Statt eines Dinners mit viel Essen, Trinken, Ehrungen und langweiligen Reden spazierten wir bei herrlichem Wetter durch das Zentrum von Berlin und genoßen das Festival of Lights! Dieser entspannende Spaziergang über mehr als 6 Kilometer konnte zu einem vielfältigen, direkten und persönlichen Austausch mit allen Teilnehmern genutzt werden. So ergaben sich viele inspirierende Eindrücke beiläufig und zufällig. Und nach einem solchen Tag sorgt dann die frische Luft für den Rest Müdigkeit.

Thema verfehlt oder ist IT Service Management mittlerweile Commodity?

Beim Rückblick auf den Titel des Barcamps komme ich ins Zweifeln, ob wir mit unseren Slots das Thema verfehlt haben oder ob IT Service Management so vielfältig (geworden) ist? Wir haben natürlich über ITIL-Prozesse, den Service Desk und Service Owner und unsere langjährigen Erfahrungen gesprochen. Aber das war häufig in einem Kontext, der nicht direkt den Bezug zu IT Service Management hatte. Insofern zeigt der Blick auf die behandelten Themen und die besprochenen Inhalte für mich, dass IT Service Management mittlerweile (oder schon länger?) in der Commodity angekommen ist und die IT maßgeblich und umfänglich beeinflußt. Das IT Service Management als Disziplin stellt Unterstützung für sehr viele Bereiche in der IT bereit.

Die Teilnehmer

itsm barcamp 2015 - anreise festival of lightsDie 20 Teilnehmer waren eine äußerst heterogene Gruppe. Wir hatten von zwei IT-Leitern mit 6-Mann-Abteilungen (einer wurde von einen Mitarbeiter begleitet) bis hin zu zwei weltweit agierende Unternehmen alles dabei. Es waren Linienverantwortliche, ITSM-Entscheidungsträger, Berater, Service Manager zugegen, die wiederum aus allen Branchen kamen: Non-Profit, Öffentliche Verwaltung, IT-Dienstleister und Berater. Es war daher eine tolle Leistung der Gruppe und der jeweiligen Moderatoren, dass wir einen vielfältigen und anspruchsvollen Mix aus unterschiedlichen Themen zur Zufriedenheit aller konsequent aufgenommen und bearbeitet haben. So wurde beispielsweise unter dem Thema "IT-Strategie in Non-Profit-Unternehmen" in der Diskussion deutlich, das letzten Endes die Herausforderungen dort nicht anders sind, als in den größeren Industrieunternehmen. Eine einfache Übersicht mit 4 Reifegradstufen einer IT-Abteilung im Sozialbereich hat eine produktive (und kontroverse) Diskussion zur Zuordnung der ITSM-Aufgaben und -Prozesse zu den einzelnen Stufen geführt.

itsm barcamp 2015 - der traum von freiheit - oliver lindnerDie "Spinner" und "Träumer" im IT Service Management

Ich habe oben von "Spinnern" gesprochen. Dabei beziehe ich mich auf den Eröffnungs- und Einheizervortrag von Oliver Lindner. Er hat uns am Freitag zum Start mit dem Thema "Freiheit" und "IT Service Management" sehr gut auf den Weg gebracht. Dabei hat er sich über unsere Teilnahme gefreut, denn Spinner wie wir, die einen Tag Freizeit "opfern" (oder besser: investieren) braucht das IT Service Management. Spinner (oder Träumer) wie uns braucht es, damit IT Service Management weiter den Weg in den Unternehmen geht, den es verdient hat.itsm barcamp 2015 - wir brauchen spinner - oliver lindner

In seiner heiter ironischen (oder sarkastischen Weise) hat er nicht nur zum Schmunzeln und Nachdenken angeregt, sondern auch Ideen und Anregungen für die beiden Tage geliefert.

IT Service Management: Wie erkläre ich es den Anwendern?

Ich habe mich gefreut, dass mein Themenvorschlag aufgenommen wurde und wir das Thema "Wie erkläre ich IT Service Management den Anwendern?" gut strukturiert behandelt haben. Ich hatte mir in der Vorbereitung Gedanken zum Vorgehen und den wichtigen Fragen gemacht und eine Roadmap für die 45-minütige Session erarbeitet.itsm barcamp 2015 - wie erklaere ich itsm den anwendern

Wir haben unter anderem folgende Erkenntnisse geteilt:

  • Eigentlich ist es wichtiger, den ständigen Dialog mit Kunden und Anwendern statt eines umständlichen Erklärunsansatzes zu fahren. Wenn sich die IT mittels IT Service Management als verlässlicher Provider darstellt und die Bedürfnisse ermittelt und erfüllt, dann ist der Rest recht einfach
  • Ist das aktuelle Personal fähig und bereit für die anstehenden Anforderungen? Diese Frage haben wir Teilnehmer im Prinzip mit einem "Nein" beantwortet...
  • Die IT (und das IT Service Management) ist nicht der Retter der Welt! Das heißt, dass bei allem Bemühen um serviceorientierte Abläufe und Mitarbeiter auch andere an den Herausforderungen arbeiten müssen

Hier gibt es das pdfPDF-Fotoprotokoll2.37 MB dieser Session!

Wenn alles so toll war: Gibt es noch Steigerungsmöglichkeiten? Im Sinne von kontinuierlicher Verbesserung geht natürlich immer mehr. Konkret wird beim Folgetermin im März 2016 (Ja, es geht auf jeden Fall weiter!) die Organisation und der Ablauf anzupassen sein. Diese 20 Personen waren schnell als Pioniere sich einig, dass die Themenvorschläge genau in den geplanten Rahmen passen. Kein Problem war die kurzfristige Ergänzung von zwei Zusatz-Slots damit wir alle in der Gruppe an allen Themen arbeiten konnten. Bei mehr Teilnehmern werden mehr Themen kommen und eine Aufteilung in mehrere parallele Seesions unvermeidlich sein. Vielleicht kommt mit der Steigerung der Teilnehmerzahl auch noch mehr Vielfalt in die Gestaltung der Sessions.

Also, Barcamp Nr. 3 im Oktober 2016 in München: Ich komme! (Weitere Infos hier!)

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